Interview

Reinhard, 
Du kandidierst als Bürgermeister für Poing, was sind Deine 3 wichtigsten Ziele für Poing?
1. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum. Es kann nicht sein, dass eine Erzieherin oder ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung kündigt, weil keine bezahlbare Wohnung zu finden ist! Wir brauchen diese Menschen für Poing, deshalb ist es unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass sie sich das Bleiben auch leisten können!

2. In Poing sollen sich alle Bürgerinnen und Bürger zuhause fühlen, sie sollen hier leben, nicht nur hier schlafen! Dafür brauchen wir ein möglichst breites Angebot an Kultur, Sport und Naherholung für alle Altersgruppen. 

3. Der Ausbau des ÖPNV ist ebenso wichtig, wie ein gutes Mobilitätskonzept für alle Verkehrsarten – in Poing kann man mobil bleiben, jeder so, wie er möchte. Wir brauchen eine zukunftsfähige und gleichzeitig nachhaltige Infrastruktur!
Du sitzt seit 2017 für die Fraktion der SPD-Bürgerliste im Poinger Gemeinderat. Was hast Du bisher schon für Poing erreicht?
Poing bekommt ein Gymnasium. Dafür habe ich als Initiator der BIG Bürgerinitiative für ein Gymnasium in Poing lange Zeit und schließlich erfolgreich gekämpft! Auf meinen Vorschlag hin wurde der Antrag für den Expressbus zur U-Bahnstation Messestadt Ost gestellt, damit endlich eine Alternative zur S-Bahn geschaffen wird. Dieser Bus kommt!
Was macht für Dich Poing aus? Warum lebst Du gerne in Poing?
Ich lebe seit 1993 mit meiner Familie in Poing und wir haben uns hier von Anfang an wohlgefühlt. 
Poing ist eine aktive, wachsende und sehr junge Gemeinde, in der viel passiert. Es gibt weit über 80 Vereine, zahlreiche Angebote und ein sehr offenes und herzliches Miteinander. 
Traditionelle Veranstaltungen wie Maibaum aufstellen, Volksfest oder das Straßenfestival und der Christkindlmarkt sind fester Bestandteil unseres Gemeindelebens und werden ebenso gern besucht wie das Sportzentrum oder der Badesee. In Poing sind alle Generationen gerne zuhause und jeder fühlt sich wohl – das ist mir ein Herzensanliegen.
Jede Generation hat ihre eigenen Ansprüche an Poing. Welche Ideen bringst Du mit? 


Alle Senioren in Poing sollen eine hohe Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben im Alter haben. Unsere Senioren sollen so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Dafür muss die Barrierefreiheit in allen Bereichen weiter optimiert werden. Ein Seniorenkonzept und auch ein Fahrservice oder ein Ruf Taxi für Senioren sind wichtige nächste Schritte. Familien fühlen sich in Poing wohl. 
Das liegt nicht zuletzt an der 100%igen Abdeckung bei der Kinderbetreuung in allen Altersstufen. Wir werden diese vielfältigen Angebote erhalten und Angebote wie die Ganztagsbetreuung weiter verbessern. Auch durch das breite Schulangebot ist Poing immer mehr beliebt, unser Gymnasium ist in der Planungsphase. Unser Ziel ist es, in den Wohnvierteln und Ortsteilen Treffpunkte für Eltern und Kinder einzurichten – z.B. Kaffeetreffs und Begegnungsstätten an Spielplätzen. Unsere Jugendlichen wünschen sich Indoor- und Outdoor-Treffpunkte zur Freizeitgestaltung. Event- bzw. Kulturräume für Ateliers, Musik- und Kreativ-Werkstätten, Freiräume und offene Treffpunkte sind nur einige Ideen, die es umzusetzen gilt. Das Sportangebot wird zeitgemäß erweitert, u.a. mit Anlagen zum Klettern und Bouldern. Für mich gibt es keine Trennung zwischen Alt- und Neubürgern sowie zwischen Poing Nord, Poing Süd, Grub und Angelbrechting. Wir fördern die Integration von Neubürgern durch z.B. die Vorstellung der Vereine, Stammtische und Zwergerltreffen und entwickeln die Infrastruktur in allen Ortsteilen stetig weiter.
Welche Voraussetzungen bringst Du als Bürgermeister mit?
Ich bin: Näher am Bürger – Näher an Poing. 
Und das ist für mich kein leeres Versprechen, sondern gelebte Praxis! 
Meine zahlreichen Ehrenämter zeigen mir Tag für Tag, wo die Bedürfnisse und auch die Herausforderungen in Poing liegen. Ich habe Interesse für die Belange aller Poingerinnen und Poinger und Ideen und Anregungen finden bei mir immer ein offenes Ohr.
Wie siehst Du Poing in 10 Jahren?
Auch Poing wird älter – ein gutes Angebot für unsere Seniorinnen und Senioren ist deshalb eine Herzensangelegenheit für mich. In 10 Jahren wird ein neues Pflegeheim mit angegliedertem betreutem Wohnen entstanden sein, die Pflegedienste sind weiter ausgebaut und vernetzt. Ganz unabhängig vom Pflegegrad ist die Versorgung aller Senioren in Poing sichergestellt. Familien fühlen sich in Poing wohl. Bei der Kinderbetreuung sind wir immer noch Vorreiter im Landkreis und wollen es auch bleiben. Die Schullandschaft ist um ein Gymnasium ergänzt worden Unsere Gemeinde hat ihren jugendlichen Charme behalten. Darauf bin ich sehr stolz! Dies wurde erreicht, durch die konsequente Weiterentwicklung für Jugendliche und junge Erwachsene, zum Beispiel durch Indoor- und Outdoor-Treffpunkte zur Freizeitgestaltung. Das Bürgerhaus, mit Bücherei und Museum, sowie mit einem modernen Veranstaltungssaal für Kinonutzung, Theater und Konzerte ist gebaut und wird sehr gut angenommen. Es ist in Poing ein lebendiges Gemeindezentrum entstanden, in dem unsere Vereine ein Zuhause gefunden haben. Die Digitalisierung Poings ist abgeschlossen. Der Ausbau des Glasfasernetzes für ein schnelles Internet im gesamten Gemeindegebiet war dabei genauso wichtig wie die Entwicklung intelligenter digitaler Lösungen in der Gemeindeverwaltung. Poing hat ein strukturiertes Mobilitätskonzept. Wir haben es geschafft, dem Verkehrschaos mit Lösungen zu begegnen. Auch um die Umwelt zu entlasten. Der Expressbus mit der Anbindung zur U-Bahn-Station Messestadt-Ost fährt regelmäßig. Auch weitere Busverbindungen in die Nachbargemeinden und nach Ebersberg haben ihren Fahrplan aufgenommen. Poing bewegt und verändert sich. Die Basis für eine leistungsfähige Infrastruktur wurde geschaffen. Dazu gehört vor allem bezahlbarer Wohnraum, insbesondere für wichtige Berufe des Gemeinwohls, wie z. B. Mitarbeiter der Polizei, Feuerwehr, Pflegekräfte, Erzieherinnen usw. 
Wohnen und Arbeiten in Poing ist richtig attraktiv geworden. Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie Einkaufsmöglichkeiten und Apotheken sind für die Bewohner aller Ortsteile leicht erreichbar. Mit der Installation von Trinkbrunnen im Ortsgebiet haben wir dazu beitragen, Plastikflaschen und -becher zu reduzieren. Wir sind stolz auf den Ausbau der Grünanlagen und Platz für Krautgärten auch im Wohngebiet W7. Wir sehen uns weiter in der Verantwortung für eine auch in Zukunft lebenswerte Umwelt.
Wenn Du Bürgermeister wirst, was ist Deine erste Amtshandlung?
Wie könnte man ein Amt besser beginnen, als mit einem Feiertag? Mein erster Amtstag wäre ja dann der 1. Mai 2020. Dieses Jahr wird in Poing an diesem Tag wieder einmal der Maibaum aufgestellt, ein Ereignis, auf das sich viele schon freuen. Auch ich freue mich schon jetzt darauf, da ich das Fest mit der Musikkapelle Poing, deren 1. Vorstand ich bin, musikalisch gestalten darf. Eine traumhafte erste Amtshandlung wäre für mich, als Bürgermeister zuerst die Ansprache für dieses Maifest halten zu dürfen und mich anschließend in die Reihen meiner Musiker zu setzen um für Poing zünftig aufzuspielen. Beim gemütlichen Beisammensein wäre dann noch eine gute Gelegenheit, viele Poingerinnen und Poinger persönlich kennenzulernen.
Schenk uns eine Lebensweisheit
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. (Aristoteles)